Wir vergeben jedes Jahr einen Preis, um besonders positive Leistungen für die Trennung von Staat und Kirche im Wallis zu honorieren. Um die goldenen Scheuklappen macht sich hingegen verdient, wer die Religionsfreiheit Einzelner beschneiden oder einen säkularen Staat verhindern will. Dieses Jahr fand die fünfte Ausgabe dieser Preisverleihung statt:

Am 24. Januar verliehen wir Narcisse Praz im Hotel Elite in Visp offiziell den Walliser Freidenkerpreis 2014:

Continue reading »

 

Das Verhältnis von Kirche und Staat führt in unserem Kanton zu Konflikten, die in der Debatte um eine Trennung von Staat und Kirche thematisiert werden müssen:

Die heutige Gesetzgebung verbietet es den öffentlich-rechtlichen Kirchen, ihre Finanzierung selbst zu gestalten und das führt dazu, dass sie ihre Kosten über die Defizitgarantie und damit zwangsläufig ungleich auf Mitglieder und Nicht-Mitglieder verteilen müssen: Weil die Defizitgarantie auf Gemeindeebene 170 Jahre Strukturwandel und Demografie im Wallis nicht abbilden kann, bezahlt man heute in einigen Gemeinden doppelt oder dreimal so viel für seine Kirchenmitgliedschaft wie in der Nachbargemeinde.Erst wenn die öffentlich-rechtlichen Kirchen das „Privileg“, Bittsteller bei Gemeinde und Staat sein zu dürfen, aufgeben werden sie ihre Mitglieder gleich behandeln können.

Der Walliser Boten hat einen ausführlichen Artikel veröffentlicht, der das derzeit geltende Gesetz zum Verhältnis von Kirche und Staat und dessen Entstehung erläutert:

Dauerproblem_VerhältnisKirche_StaatVS by Freidenker Wallis/Libre Penseurs Valais

Im Kanton Tessin existieren ähnliche Probleme, aus diesem Grund wird unsere Volksinitiative auch ausserhalb unseres Kantons diskutiert:

291214_04_Svizzera by Freidenker Wallis/Libre Penseurs Valais

 
 

Unsere Pressemitteilung, mit welcher wir auf die starke Unterrepräsentation des assistierten Freitodes in der Sterbehilfe-Debatte im Wallis reagiert haben, wurde im Walliser Boten vom 11.12.2014 veröffentlicht:
Pressemitteilung_assistierter Freitod

 

 

 

Trennung von Staat und Kirche steht nicht zur Debatte

Die Oberwalliser Medien haben im letzten halben Jahr ausgiebig Berichterstattung rund um kirchliche Festivitäten betrieben. Es ist augenfällig, dass die lancierte Volksinitiative für die Trennung von Staat und Kirche  an den verschiedenen kirchlichen Anlässen kein Thema war. Dies ist darum bedauerlich, weil die Kirche von einer solchen Trennung in vielerlei Hinsicht profitieren würde: Durch die Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Anerkennung von Kirchen hätten diese erstmals die Möglichkeit, ihre Gesamtkosten zentral zu sammeln und zu beziffern. Durch die geschaffene Kostentransparenz können die Kirchen erstmals ihren Aufwand gleichmässig verteilen: die Kirchen können somit selbstständig ihre Finanzierung planen. Weil die Finanzierung durch eine Trennung von Staat und Kirche in die Hände der Mitglieder gegeben wird, müssen ihre Anliegen mit grösserer Sorgfalt behandelt werden. Die Kirchen werden durch eine Trennung von Kirche und Staat dazu befähigt, ausschliesslich ihre Mitglieder für ihre Kosten aufzubieten, wodurch sie nicht mehr mit Can 1260 aus dem Kirchenrecht in Konflikt stehen welches besagt, dass nur Gläubige für Kosten aufgeboten werden sollen. Ein laizistischer Staat kann in Zukunft auch eine ausgewiesene Kirchensteuer einziehen und an die Kirchen auszahlen. Wichtig und richtig ist dabei, dass die Kirche sich selbstständig um die Kostenermittlung und -verteilung bemüht und den Staat für seinen Aufwand entschädigt.

Der assistierte Freitod* erneut Thema

Eine erneute Debatte rund um den fälschlicherweise als Sterbehilfe bezeichneten assistierten Freitod wurde durch Thys Jenny angestossen und anschliessend intensiv bewirtschaftet: Bei Durchsicht der Oberwalliser Tagespresse stellt man in der Summe eine deutliche Unterrepräsentation von Pro-Argumenten fest: Palliative Care steht nicht länger für ein medizinisches Angebot, sondern für die Entscheidung, das Leid des Sterbens unter allen Umständen zu ertragen. Warum der assistierte Freitod nicht als möglicher Bestandteil von Palliative Care verstanden werden kann, gerade weil man davon spricht, auf die Bedürfnisse der Sterbenden eingehen zu wollen, ist ungeklärt. Organisationen wie Exit und Dignitas würden lediglich die Erlaubnis benötigen, ihre Aufgabe in den Gebäuden der Heime wahrnehmen zu dürfen: niemand würde dazu gezwungen, einen Freitod zu begleiten oder  Selbstmord zu begehen: die Schweizer Sterbehilfeorganisationen haben sich in einem harten und kritischen Umfeld behauptet und kennen den Wert der Integrität. Der Begriff der “Würde” wurde in der ganzen Diskussion stark strapaziert, obwohl Würde auf Selbstbestimmung fusst, weshalb jede Wahl der Sterbeform eine richtige Wahl sein muss, alleine um die Würde des Sterbenden zu wahren. Wie so oft bedauern wir, dass der Vorstand der Walliser Freidenkerinnen und Freidenker nicht um eine Stellungnahme gebeten wurde um diese offensichtliche Scheindiskussion zu beleben.

Medienspiegel Wallis Mai-Nov 2014 by Freidenker Wallis/Libre Penseurs Valais


Continue reading »

 

Walliser Traditionen

On 30. Oktober 2014, in Medienpräsenz, by Vorstand

In Zusammenhang mit der angestossenen Debatte um eine Trennung von Staat und Kirche fällt immer wieder das Wort “Tradition”. Wir haben uns erlaubt, die Situation der Kirchenfinanzierung im Wallis in ihrem historischen Kontext wiederzugeben. Für unsere Recherchen haben wir Kirche, Klerus und Staat des Wallis von 1839 bis 1849″ von Borter Leopold beigezogen:

20141030_LeserbriefTraditionen by Freidenker Wallis/Libre Penseurs Valais

Continue reading »

 

Der Co-Präsident des Initiativkomitees für eine Trennung von Kirche und Staat im Wallis Valentin Abgottspon hat sich der Debatte mit Paul Martone gestellt:

Continue reading »